Skip to main content
Key Takeaways

Wann eine Ausschreibung sinnvoll ist: Eine EMR-Ausschreibung ist essenziell für komplexe, folgenschwere Entscheidungen mit mehreren Beteiligten, spezifischen Anforderungen oder formalem Beschaffungsprozess.

Aufbau eines RFP-Dokuments: Eine gut verfasste Ausschreibung definiert eindeutig den organisatorischen Rahmen, technische Anforderungen, Qualifikationen des Anbieters, Preisvorstellungen und Einreichungshinweise.

Häufige Fehler: Vermeiden Sie Probleme bei der Erstellung einer EMR-Ausschreibung, indem Sie den organisatorischen Kontext, klare Anforderungen, einheitliche Formate und transparente Bewertungskriterien bereitstellen.

Bewertungsprozess: Der Auswahlprozess profitiert von standardisierten Bewertungsrastern, Demoterminen, Referenzprüfungen und einer klaren Struktur für die Bewertung und Kürzung der Anbieter.

Team und Rollen: Führen Sie Führungskräfte, technische Experten, Einkaufsspezialisten und Endnutzer zusammen, damit alle Anforderungen während des Ausschreibungsprozesses berücksichtigt werden.

Ein RFP für EMR-Software ist eines der wertvollsten Werkzeuge, das Ihnen bei der Bewertung neuer klinischer Technologien zur Verfügung steht. Eine Ausschreibung (Request for Proposal, RFP) ist ein formelles Dokument, mit dem Gesundheitseinrichtungen wichtige Informationen von potenziellen Anbietern einholen.

Ein gut strukturiertes RFP hilft potenziellen Anbietern, Ihre spezifischen Anforderungen vollständig zu verstehen, damit sie maßgeschneiderte Lösungen anbieten können. Klare Anforderungen, detaillierte Fragen und durchdachte Bewertungskriterien ermöglichen es Ihnen, Anbieter zu prüfen und die beste Wahl für Ihre Praxis zu treffen.

Sie sollten ein RFP verwenden, sobald Sie Ihre erste Marktanalyse abgeschlossen und eine Vorstellung davon haben, was Sie suchen. Nutzen Sie ein RFP, wenn Sie Ihre Anforderungen kennen und detaillierte Lösungsvorschläge und Preise von Anbietern wünschen – es dient als zentrales Bewertungsdokument für die von Ihnen ausgewählten Anbieter.

Möchten Sie mehr von The Medical Practice?

Registrieren Sie sich kostenlos, um diesen Artikel vollständig zu lesen:

Die Entscheidung ist von großer Bedeutung. Die Wahl eines Systems ist eine wichtige Entscheidung, die die Effizienz und Zukunftsfähigkeit Ihrer Praxis beeinflusst. Dieser Leitfaden führt Sie Schritt für Schritt durch das Verfassen eines EMR-RFP, das Ihnen die Klarheit gibt, selbstbewusst zu entscheiden.

Brauchen Sie wirklich ein RFP?

Nicht jede Suche nach EMR-Software erfordert ein formelles RFP, aber es gibt Situationen, in denen das Auslassen eines RFPs ein echtes Risiko darstellt. Ein RFP ist unerlässlich, wenn Ihre Entscheidung mehrere Beteiligte, ein bedeutendes Budget oder komplexe klinische und betriebliche Anforderungen umfasst. Hier sind die wichtigsten Umstände, die ein RFP erfordern:

  • Sie ersetzen ein bestehendes EMR-System in mehreren Abteilungen oder an verschiedenen Standorten.
  • Ihre Praxis hat spezielle Compliance-, Integrations- oder Workflow-Anforderungen, auf die Anbieter im Detail eingehen müssen.
  • Sie müssen den Auswahlprozess der Anbieter formell dokumentieren und begründen.
  • Mehrere Entscheidungsträger oder ein Komitee müssen sich auf Bewertungskriterien für Anbieter einigen.
  • Sie veröffentlichen eine öffentliche oder institutionelle Ausschreibung, die ein wettbewerbsorientiertes Vergabeverfahren erfordert.

Wann ein RFP übertrieben sein könnte

Wenn Sie eine kleine, unabhängige Praxis mit überschaubaren Anforderungen sind und nur zwei oder drei Anbieter in Betracht ziehen, reichen strukturierte Demos und ein paar direkte Gespräche meist aus, um eine fundierte Entscheidung zu treffen.

RFI vs RFP vs RFQ: Was ist der Unterschied?

RFI, RFP und RFQ sind gängige Beschaffungsdokumente, erfüllen aber jeweils unterschiedliche Zwecke im Einkaufsprozess. Nicht jede Art von EMR-Software benötigt ein RFP—das richtige Dokument hilft Ihnen, die benötigten Informationen zu erhalten, ohne zusätzlichen Aufwand zu verursachen. Die richtige Herangehensweise spart Zeit und sorgt dafür, dass Sie von den Anbietern klare, hilfreiche Antworten bekommen.

Mit dieser Tabelle können Sie die Unterschiede der einzelnen Dokumenttypen vergleichen:

DokumenttypZweckWann zu verwendenWas einzubeziehen istErforderlicher Detaillierungsgrad
RFIAllgemeine Informationen über Anbieter einholenFrüh im Prozess, um Optionen und Fähigkeiten zu erkundenAllgemeine Fragen zu Funktionen, Support und ErfahrungNiedrig
RFPDetaillierte Lösungen und Angebote einholenWenn Sie Ihre Anforderungen kennen und maßgeschneiderte Antworten benötigenSpezifische Anforderungen, Bewertungskriterien und FragenHoch
RFQPreise für klar definierte Lösungen anfordernWenn Sie eine Vorauswahl und klare Spezifikationen für den Vergleich habenDetaillierte Liste der zu bepreisenden Funktionen oder DienstleistungenMittel

Häufige Fehler beim RFP, die Sie vermeiden sollten

Selbst erfahrene Teams machen manchmal Fehler, die zu Verwirrung, Zeitverlust oder einem ungeeigneten Anbieter führen, wenn sie ein RFP verfassen. Diese Fehler können Ihren Auswahlprozess verzögern und die Vergleichbarkeit der Optionen erschweren.

Wenn Sie diese Fallen vermeiden, erhalten Sie klarere und hilfreichere Antworten von EMR-Softwareanbietern:

Unzureichender Hintergrund oder Kontext

Wenn Sie wesentliche Details zu Ihrer Praxis, Patientenzahlen oder Abläufen weglassen, ist es für Anbieter schwierig, ihre Vorschläge individuell anzupassen. Anbieter könnten daraufhin mit generischen Lösungen antworten, die Ihre tatsächlichen Bedürfnisse nicht berücksichtigen. Fügen Sie immer einen kurzen Überblick über Ihre Organisation und Ihre Ziele mit dem neuen System hinzu.

Fehlendes oder unklares Budget

Wenn Sie Ihren Budgetrahmen nicht mitteilen, könnten Anbieter entweder zu teure oder zu schwache Lösungen vorschlagen. Das kostet beide Seiten Zeit und führt später im Prozess zu Enttäuschungen. Seien Sie von Anfang an klar mit Ihren Budgetvorstellungen, damit die Anbieter realistische Optionen bieten können.

Unklare Anforderungen oder juristische Fachsprache

Weite Begriffe oder juristische Sprache statt klarer, spezifischer Anforderungen führen zu Verwirrung und unvollständigen Antworten. Anbieter müssen genau wissen, was Sie möchten – formulieren Sie Ihre wichtigsten Anforderungen klar und verzichten Sie auf unnötigen Jargon. Verwenden Sie einfache Sprache und konkrete Beispiele, wo immer es möglich ist.

Keine geteilten Bewertungskriterien

Wenn Sie den Anbietern nicht mitteilen, wie Sie Angebote bewerten, erhalten Sie Antworten, die schwer vergleichbar sind. Anbieter konzentrieren sich möglicherweise auf die falschen Funktionen oder übersehen, was Ihnen am wichtigsten ist. Teilen Sie Ihre Bewertungskriterien im Voraus mit, damit die Anbieter gezielt auf Ihre Prioritäten eingehen können.

Kein Standardformat für Anbieterantworten

Wenn Anbieter in beliebigem Format antworten dürfen, ist es schwierig, Angebote direkt miteinander zu vergleichen. Sie verbringen unnötig viel Zeit damit, inkonsistente Informationen zu sichten. Stellen Sie eine Antwortvorlage oder klare Struktur bereit, damit jedes Angebot einfach zu prüfen und zu bewerten ist.

Abonnieren Sie unseren Newsletter

This field is for validation purposes and should be left unchanged.
By submitting this form, you agree to receive our newsletter, and occasional emails related to The Medical Practice. You can unsubscribe at any time. For more details, please review our Privacy Policy.

Stellen Sie Ihr EMR-Software-RFP-Team zusammen

Das Verfassen einer RFP für EMR-Software ist Teamarbeit, weil sie jeden Bereich Ihrer Praxis betrifft. Die richtigen Personen einzubeziehen, stellt sicher, dass Sie alle Anforderungen erfassen und keine blinden Flecken übersehen. Ein ausgewogenes Team hilft Ihnen, eine fundierte und sichere Entscheidung zu treffen. Hier erfahren Sie, wen Sie einbeziehen sollten und warum:

Projekt-Sponsor

Das kann Ihr ärztlicher Direktor, Praxismanager oder eine Führungskraft sein. Der Projekt-Sponsor gibt die Gesamtleitung vor, sichert Ressourcen und stellt sicher, dass die RFP mit den Zielen Ihrer Organisation übereinstimmt. Seine Aufsicht hält den Prozess auf Kurs und hilft dabei, Hindernisse zu beseitigen.

Fachliche Experten

Denken Sie an Ihren IT-Manager, Datenschutzbeauftragten oder Abrechnungsleiter. Diese Fachleute kennen die technischen, regulatorischen und operativen Anforderungen, die Ihre EMR-Software erfüllen muss. Ihr Beitrag sorgt dafür, dass die RFP Themen wie Integration, Sicherheit und Arbeitsabläufe abdeckt.

Beschaffung oder RFP-Autoren

Zu dieser Gruppe könnten Ihr Einkaufsleiter, Vertragsmanager oder erfahrene RFP-Verfasser gehören. Sie bringen Struktur, Klarheit und Compliance in den Prozess. Dank ihrer Expertise stellen Sie die richtigen Fragen und vermeiden rechtliche oder prozessuale Fehler.

Endnutzer und Stakeholder

Beziehen Sie Pflegekräfte, Ärzte, Empfangspersonal und alle ein, die das EMR-System täglich nutzen werden. Diese Teammitglieder können auf Schwachstellen in Arbeitsabläufen und praktische Bedürfnisse hinweisen, die anderen entgehen könnten. Ihr Feedback sorgt dafür, dass die RFP reale Anforderungen und Nutzerprioritäten widerspiegelt.

Definieren Sie Must-haves & Ziele

Das Festlegen, was Ihre neue EMR-Software leisten muss – und warum –, schafft die Grundlage für eine erfolgreiche RFP. Wenn Sie Schmerzpunkte, Ziele und absolute Muss-Kriterien klar benennen, können Anbieter ihre Angebote gezielt auf Ihre tatsächlichen Bedürfnisse zuschneiden. Diese Abstimmung hilft Ihnen, Fehlentwicklungen zu vermeiden und nur Lösungen zu prüfen, die wirklich zu Ihrer Praxis passen.

Beachten Sie diese Schlüsselaspekte, wenn Sie Ihre Must-haves und Ziele festlegen:

  • Schmerzpunkte mit dem aktuellen System: Nennen Sie konkrete Frustrationen, wie langsame Dokumentation, eingeschränkte Berichtsfunktionen oder schlechte Integration mit Laboren. Zum Beispiel, wenn Ihr aktuelles EMR die Nachverfolgung von Patientenkontakten erschwert, machen Sie das deutlich, damit Anbieter wissen, dass Sie bessere Tools zur Nachverfolgung brauchen.
  • Erforderliche Verbesserungen und Erfolgskriterien: Legen Sie fest, wie Erfolg aussieht, etwa durch die Verringerung der Dokumentationszeit um 30 % oder die Verbesserung der Abrechnungsgenauigkeit. Falls Sie Telemedizin oder ein Patientenportal ermöglichen wollen, machen Sie diese Ziele explizit.
  • Funktionale, technische und Compliance-Anforderungen: Benennen Sie unverzichtbare Funktionen wie E‑Rezept, anpassbare Vorlagen oder Unterstützung für ICD‑11-Codes. Vergessen Sie auch Compliance-Vorgaben wie HIPAA, DSGVO oder lokale Vorgaben zur Datenspeicherung nicht.
  • Nutzerrollen, Nutzungshäufigkeit, Arbeitsabläufe: Beschreiben Sie, wer das System verwendet – Ärzte, Pflegepersonal, Verwaltung – und wie viele Nutzer Sie erwarten. Skizzieren Sie zentrale Arbeitsabläufe, wie Terminplanung oder Medikamentenabgleich, damit Anbieter Ihre täglichen Anforderungen verstehen.
  • Bereitstellungspräferenzen: Geben Sie an, ob Sie eine Cloud-Lösung, eine lokale Installation oder ein hybrides Modell bevorzugen. Falls Sie strikte IT-Richtlinien oder begrenzte IT-Unterstützung im Haus haben, teilen Sie dies den Anbietern mit, damit sie das passende Bereitstellungsmodell vorschlagen können.

So schreiben Sie die RFP für EMR-Software

Alle Ihre Vorbereitungen zahlen sich aus, wenn es darum geht, die RFP tatsächlich zu verfassen. Ein gut strukturiertes EMR-Software-Dokument macht es Anbietern leicht, Ihre Anforderungen zu verstehen und mit relevanten, detaillierten Vorschlägen zu reagieren. Folgendes sollte Ihre RFP enthalten, um klare, zielführende Antworten zu erhalten:

1. Management Summary

Dieser Abschnitt gibt den Anbietern einen Überblick über Ihre Praxis, Ihre Ziele für die neue EMR-Software und die Gründe, warum Sie eine neue Lösung suchen. Fassen Sie Ihre Schmerzpunkte, gewünschten Ergebnisse und Besonderheiten Ihrer Organisation zusammen. Erwähnen Sie beispielsweise, wenn Sie eine mehrstöckige Klinik sind oder ein hohes Volumen an Telemedizin-Terminen haben. Halten Sie es kurz, aber informativ, damit Anbieter Ihre Prioritäten rasch erfassen können.

2. Leistungsumfang

Beschreiben Sie genau, was Sie von der EMR-Software erwarten und welche Dienstleistungen Sie vom Anbieter benötigen. Geben Sie Details wie Datenmigration, Integration in bestehende Systeme und laufenden Support an. Wenn Sie individuelle Workflows oder bestimmte Module benötigen – wie beispielsweise E‑Rezept oder Patientenportale – führen Sie diese ausdrücklich auf. So können Anbieter einschätzen, ob sie Ihre Anforderungen erfüllen und wie sie das Vorhaben angehen werden.

3. Technische Anforderungen

Listen Sie die technischen Funktionen und Spezifikationen auf, die Ihre neue EMR unterstützen muss. Nennen Sie Anforderungen an Interoperabilität, Gerätekompatibilität sowie an die Anbindung an Labore, Apotheken oder Abrechnungssysteme. Geben Sie beispielsweise an, ob Sie Unterstützung für HL7 oder FHIR benötigen, oder ob Ihr Team sowohl Windows- als auch Mac-Geräte verwendet. Je konkreter Sie sind, desto einfacher können Anbieter die Kompatibilität bestätigen.

4. Qualifikationen des Anbieters

Beschreiben Sie die Erfahrungen, Zertifizierungen und Referenzen, die Sie von den Anbietern erwarten. Bitten Sie um Beispiele für ähnliche Gesundheitseinrichtungen, mit denen sie gearbeitet haben, und fordern Sie Fallstudien oder Erfahrungsberichte an. Falls Sie Anbieter mit Erfahrung in bestimmten Fachrichtungen oder regulatorischen Umgebungen benötigen, nennen Sie das hier. Dieser Abschnitt hilft Ihnen, ungeeignete Anbieter auszusortieren.

5. Sicherheits- und Compliance-Anforderungen

Beschreiben Sie Ihre Anforderungen an Datensicherheit, Datenschutz und regulatorische Compliance. Geben Sie Normen wie HIPAA, DSGVO oder lokale Datenschutzvorgaben an und fragen Sie nach Verschlüsselung, Protokollierung und Prozessen zur Benachrichtigung im Falle von Datenschutzverletzungen. Falls Sie besondere Anforderungen wie Multi-Faktor-Authentifizierung oder regelmäßige Sicherheitsaudits haben, führen Sie diese ebenfalls auf. So stellen Sie sicher, dass Anbieter Ihre Anforderungen an Risiko und Compliance im Voraus berücksichtigen.

6. Erwartungen an Implementierung und Schulung

Erklären Sie, was Sie während der Einführung vom Anbieter erwarten – einschließlich Zeitrahmen, Meilensteinen und Unterstützung bei der Datenmigration. Skizzieren Sie Ihre Schulungsanforderungen für verschiedene Nutzergruppen wie Ärztinnen/Ärzte, Pflegekräfte und Verwaltungspersonal. Bitten Sie zum Beispiel um vor-Ort-Schulungen oder Zugang zu Online-Lernmodulen. Klare Erwartungen helfen den Anbietern, realistische Zeitpläne und Ressourcen einzuplanen.

7. Preisgestaltung und Lizenzen

Fordern Sie detaillierte Preisangaben an – inklusive Softwarelizenzen, Implementierungsgebühren, Supportkosten und wiederkehrenden Entgelten. Bitten Sie die Anbieter, EMR-Kosten nach Nutzer, Modul oder Standort aufzuschlüsseln, sofern relevant. Falls Sie Abo- mit unbefristeten Lizenzen vergleichen möchten, geben Sie das an. Transparente Preisdetails erleichtern den Angebotsvergleich und helfen, versteckte Kosten zu vermeiden.

8. Vertragsbedingungen

Nennen Sie alle Anforderungen an den Vertrag, wie Mindest-Servicelevel, Verlängerungsfristen oder Ausstiegsklauseln. Wenn Sie Flexibilität beim Hoch- oder Herunterskalieren benötigen oder bestimmte Service-Garantien verlangen, führen Sie das aus. Erwähnen Sie beispielsweise, wenn Sie eine 30-tägige Kündigungsfrist oder Verfügbarkeitsgarantien wünschen. Dieser Abschnitt hilft, Überraschungen in den Vertragsverhandlungen zu vermeiden.

9. Einreichungshinweise

Geben Sie klare Anweisungen, wie und wann Anbieter ihre Angebote einreichen sollen. Nennen Sie die Einreichungsfrist, das bevorzugte Format (z. B. PDF oder Online-Portal) sowie erforderliche Formulare oder Vorlagen. Teilen Sie mit, wer für Rückfragen zur Verfügung steht und wie Anbieter Klärungen einholen können. Eindeutige Vorgaben helfen, vollständige, pünktliche und vergleichbare Rückmeldungen zu erhalten.

Legen Sie Ihre Bewertungskriterien fest

Sie sollten Ihre Bewertungskriterien festlegen, bevor Sie die EMR-Software-RFP versenden, damit jeder Anbieter genau weiß, wie Sie sein Angebot beurteilen werden. Klare Kriterien helfen Ihrem Team, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, und erleichtern den direkten Vergleich der Antworten. So richten Sie einen fairen, transparenten Bewertungsprozess ein:

Was zählt am meisten?

Beginnen Sie mit drei bis fünf gewichteten Kategorien, die die Ziele und Problemfelder Ihrer Praxis abbilden. So bleibt Ihr Team auf das fokussiert, was Ihrem Unternehmen tatsächlich weiterhilft. Typische Bewertungskategorien für EMR-Software sind:

  • Passung der klinischen Arbeitsabläufe
  • Integration und Interoperabilität
  • Sicherheit und Compliance
  • Anbietererfahrung und -support
  • Gesamtkosten des Betriebs
  • Nutzerschulung und Einarbeitung

Wählen Sie die Kategorien aus, die Ihre Prioritäten am besten treffen, und stellen Sie sicher, dass alle Teammitglieder ihrer Bedeutung zustimmen.

Verwenden Sie eine Bewertungstabelle

Mit einer Bewertungstabelle können Sie jeder Kategorie ein individuelles Gewicht entsprechend Ihrer Anforderungen zuweisen. Zum Beispiel könnte die Passung der klinischen Arbeitsabläufe 40 %, Integration 25 %, Sicherheit 20 % und Kosten 15 % betragen. Bewerten Sie jedes Angebot auf einer Skala von 1–5 oder 1–10 pro Kategorie und multiplizieren Sie anschließend mit dem Gewicht, um die Gesamtpunktzahl zu ermitteln. Passen Sie die Gewichtung so an, dass die finale Auswahl zu Ihren Zielen passt.

Machen Sie Ihren Bewertungsprozess transparent

Entscheiden Sie, wer jedes Angebot prüfen und bewerten wird – das können Ihr Projektsponsor, IT-Verantwortlicher sowie einige Endanwender sein. Verwenden Sie eine standardisierte Bewertungsmatrix, damit alle Angebote auf dieselbe Weise bewertet werden und wissen, worauf sie achten müssen. Vereinbaren Sie vor Beginn der Bewertung ein Meeting, um die Bewertungsmatrix gemeinsam durchzugehen, Fragen zu klären und sicherzustellen, dass alle auf dem gleichen Stand sind. Das sorgt für einen fairen Ablauf und hilft, Missverständnisse oder Voreingenommenheit zu vermeiden.

EMR-Software-Ausschreibung veröffentlichen

Eine reibungslose Verteilung Ihrer Ausschreibung hilft Ihnen, die richtigen Anbieter zu erreichen und den gesamten Prozess von Anfang an organisiert zu halten. Ein klarer, konsistenter Ansatz sorgt dafür, dass alle Anbieter wissen, wie sie reagieren müssen, und Ihr Team behält alles an einem Ort im Blick. So veröffentlichen Sie Ihre EMR-Software-Ausschreibung effektiv:

Die richtige Verteilungsmethode wählen

Sie können Ihre Ausschreibung direkt an eine Auswahlliste von Anbietern senden, sie auf der Website Ihrer Organisation veröffentlichen oder ein Beschaffungsportal nutzen. Für bessere Nachverfolgung empfiehlt sich ein zentrales System wie eine Beschaffungsplattform oder ein gemeinsames Postfach (zum Beispiel rfp@yourclinic.com), um alle Antworten zu sammeln. Falls Sie eine bevorzugte Anbieterliste haben, sollten Sie diese in den Verteilungsplan aufnehmen, um sicherzustellen, dass niemand übersehen wird. So bleibt die Kommunikation klar und fehlende oder doppelte Einreichungen werden vermieden.

Klare Termin-Erwartungen setzen

Geben Sie in Ihrer Ausschreibung einen detaillierten Zeitplan an, damit die Anbieter wissen, was sie erwartet. Ein typischer Zeitplan für Ausschreibungsverfahren umfasst:

  • Veröffentlichungsdatum der Ausschreibung
  • Fragen- und Antwortphase für Anbieter
  • Endgültige Einreichungsfrist
  • Bewertungs- und Auswahlzeitraum

Transparenz über Ihren Zeitplan hilft den Anbietern, ihre Antworten zu planen, und reduziert Rückfragen zum Ablauf.

Einreichungsanforderungen klar definieren

Teilen Sie Anbietern mit, wie genau sie ihre Angebote einreichen sollen – inklusive zulässiger Dateiformate (wie PDF oder Word), bevorzugter Einreichungsmethode (etwa per E-Mail oder über ein Portal) und ob ein bestimmtes Formular oder eine Vorlage verwendet werden muss. Machen Sie deutlich, ob verspätete Einreichungen abgelehnt oder im Einzelfall geprüft werden. Diese Klarheit hilft Anbietern, Fehler zu vermeiden und stellt sicher, dass Sie Angebote in einem leicht überprüfbaren Format erhalten.

Angebote bewerten & Anbieter-Shortlist erstellen

Für die Bewertung und Vorauswahl von EMR-Software-Anbietern ist ein strukturierter Ansatz und klare Kommunikation im Team notwendig. Gute Organisation und die Nutzung Ihrer vordefinierten Kriterien helfen, Angebote vergleichbar zu machen und sich auf die bestmöglichen Lösungen zu konzentrieren. Diese Schritte unterstützen Sie dabei, Ihre Bewertung strukturiert durchzuführen und mit Zuversicht eine Shortlist zu erstellen:

  • Angebote zur Überprüfung organisieren und formatieren: Sammeln Sie alle Angebote in einem gemeinsamen Ordner und nutzen Sie ein einheitliches Benennungsschema. So kann Ihr Team alle Dokumente während der Bewertung einfach finden, vergleichen und darauf Bezug nehmen.
  • Eine Bewertungsmatrix nutzen: Wenden Sie Ihre Bewertungsmatrix auf jedes Angebot an und gewichten Sie Kategorien wie Workflow-Passung, Integration und Kosten. So können Sie Anbieter objektiv entsprechend Ihrer Prioritäten einordnen, statt nach Bauchgefühl auszuwählen.
  • Demos und Interviews planen: Laden Sie die besten Anbieter ein, damit diese ihre EMR-Software vorführen und die Fragen Ihres Teams beantworten. Die Lösung live zu erleben und mit den Ansprechpersonen zu sprechen, gibt Ihnen einen besseren Eindruck von Benutzerfreundlichkeit und Support.
  • Referenzen prüfen: Kontaktieren Sie andere Praxen oder Kliniken, die die Lösung des Anbieters nutzen. Fragen Sie nach deren Erfahrungen mit der Einführung, dem Support und der laufenden Nutzung, um die Angaben des Anbieters zu überprüfen.
  • Unklare Punkte in Angeboten klären: Falls ein Angebot unvollständig ist oder schwammige Formulierungen enthält, wenden Sie sich für Klarstellungen an den Anbieter. So können Sie sicherstellen, dass Ihre Entscheidungen auf vollständigen und korrekten Informationen basieren.

Anbieter auswählen & benachrichtigen

Die letzten Schritte Ihres EMR-Software-Ausschreibungsprozesses sind ebenso wichtig wie die früheren Phasen. Eine klare, rechtzeitige Kommunikation und eine sorgfältige interne Abstimmung helfen, den Prozess professionell abzuschließen und die Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zu legen. Drei wichtige Schritte sind hierbei zu beachten:

Ausgewählte und nicht ausgewählte Anbieter benachrichtigen

Informieren Sie alle Anbieter so schnell wie möglich über Ihre Entscheidung – unabhängig davon, ob sie ausgewählt wurden oder nicht. Eine zeitnahe und respektvolle Kommunikation stärkt den Ruf Ihrer Organisation und hinterlässt Spielraum für künftige Möglichkeiten. Ein kurzes, höfliches Anschreiben ist ausreichend.

Sich auf die Finalverhandlungen vorbereiten

Seien Sie bereit, mit dem ausgewählten Anbieter über Vertragsbedingungen, Preisgestaltung, Umsetzungstermine und Unterstützungsleistungen zu verhandeln. Häufige Verhandlungspunkte sind Zahlungspläne, Kosten für die Datenmigration und Servicelevel-Vereinbarungen. Machen Sie sich vor den Gesprächen eine klare Liste Ihrer Prioritäten und Ausschlusskriterien.

Vor der Unterzeichnung interne Abstimmung sicherstellen

Holen Sie alle notwendigen internen Freigaben ein, bevor Sie den Vertrag unterzeichnen. Das bedeutet in der Regel die Zustimmung Ihres Projektverantwortlichen, der Rechtsabteilung und der Finanzabteilung. Überprüfen Sie noch einmal, dass alle die Bedingungen verstehen und mit der endgültigen Vereinbarung einverstanden sind.

Die besten EMR-Softwarelösungen, die Sie in Betracht ziehen sollten

Hier sind einige der führenden EMR-Softwareoptionen, die Sie in Ihren RFP-Prozess einbeziehen sollten:

Machen Sie den nächsten Schritt auf Ihrer Reise im Praxismanagement

Die Auswahl der richtigen EMR-Software ist eine der wichtigsten Entscheidungen für Ihre Praxis – bleiben Sie auf dem Laufenden, indem Sie Insights zum Praxismanagement abonnieren, die über Werkzeuge, Trends und Strategien informieren, welche die moderne Gesundheitsversorgung prägen.

John Payne

John Payne ist Mitbegründer und Geschäftsführer von Symphony Health. Mit über 20 Jahren Managementerfahrung arbeitet John gemeinsam mit seiner Frau, Dr. Kate Payne, daran, eine medizinische Praxis mit mehreren Standorten aufzubauen, in der das Personal zum Wohl der Patienten zusammenarbeitet. John setzt sich leidenschaftlich für den Zugang zu hochwertiger Gesundheitsversorgung in North Vancouver ein und teilt bewährte Methoden mit anderen Praxismanager:innen.