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Eine erfolgreiche Implementierung von Praxisverwaltungssoftware ist nicht nur ein IT-Projekt – sie markiert einen klinischen und organisatorischen Wendepunkt für Ihre Praxis. Ein Fehler bremst Ihr Team nicht nur aus, sondern führt zu Abrechnungsfehlern, Compliance-Lücken und Mitarbeiterfrustration, deren Behebung Monate in Anspruch nimmt.

Deshalb macht ein strukturierter, phasenweiser Ansatz den entscheidenden Unterschied. Wenn die Einführung in klar definierte Phasen unterteilt wird, lassen sich Stolpersteine wie Datenmigration, Mitarbeitereinbindung und Workflow-Anpassungen angehen, bevor sie zu ernsthaften Störungen werden.

Wie ich die 10 Phasen der Implementierung aufschlüssele

So gehe ich bei jedem Schritt der Implementierung von Praxisverwaltungssoftware vor, um Projekte voranzubringen und teure Fehler zu vermeiden:

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1. Projektplanung und Teambildung

ModMed practice management dashboard showing appointment flow, patient check-in status, visit notes, eligibility reports, and balances
ModMed Praxisverwaltungs-Dashboard für Terminplanung, Patienten-Check-in und die Verwaltung von Praxisabläufen

Als Erstes stelle ich ein Kernprojektteam zusammen, das aus Mitgliedern der Bereiche Klinik, Verwaltung und IT besteht. Jede Abteilung, die mit der Software arbeiten wird, soll von Anfang an vertreten sein – Pflegekräfte, Abrechnungsverantwortliche, Empfangspersonal und mindestens eine entscheidungsbefugte Führungskraft. Diese ausgewogene Zusammensetzung hilft, Stolpersteine im Ablauf frühzeitig zu erkennen und schafft Vertrauen in die bevorstehenden Veränderungen.

Gemeinsam mit dem Team lege ich Projektziele fest, erarbeite einen Zeitplan für den Start und kläre die Rollenverteilung. Es ist verlockend, direkt mit Wunschlisten für Funktionen zu beginnen, aber die möglichen Vor- und Nachteile von Praxisverwaltungssoftware zu verstehen, hilft, das Tempo zu drosseln und Notfallpläne für Personaleinsatz und Datenzugriff aufzustellen, damit der Praxisalltag nicht beeinträchtigt wird.

Wenn man während der Einführung davon ausgeht, dass das IT-Team „alles regelt“, bleiben wichtige Aufgaben oft unzugeteilt und es entstehen Lücken im weiteren Ablauf. Je früher jeder Verantwortung übernimmt, desto geringer die Gefahr, dass das Projekt bei Veränderungen von Zeitplänen, Budgets oder Arbeitsabläufen ins Stocken gerät.

Diese Strategien helfen mir, die Teambildung und die Planung von Anfang an effizienter zu gestalten:

  • Frontline-Personal einbeziehen: Stellen Sie sicher, dass medizinisches Personal, Empfang und Abrechnungsabteilung vertreten sind.
  • Eine entscheidungsbefugte Person benennen: Ernennen Sie jemanden, der im Zweifel schnell Entscheidungen treffen kann.
  • Arbeitsabläufe dokumentieren: Lassen Sie jede Abteilung aktuelle Prozesse für den späteren Abgleich schriftlich festhalten.
  • Wöchentliche Meetings festlegen: Frühe und regelmäßige Treffen sorgen dafür, dass alle auf Kurs bleiben.
  • Vertretungen organisieren: Ziehen Sie keine Schlüsselkräfte für das Projekt ab, ohne für Vertretung in Patientenversorgung und Verwaltung zu sorgen.

2. Analyse der aktuellen Arbeitsabläufe und Datenbestände

PrognoCIS scheduling dashboard showing provider calendars, appointment times, clinic locations, and patient visit bookings
PrognoCIS Praxisverwaltungs-Dashboard zur Terminplanung über verschiedene Ärzte und Standorte

In dieser Phase begleite ich das Personal durch Patientenaufnahme, Terminvergabe, Abrechnung und Berichterstattung – wenn ich jeden Arbeitsablauf im Alltag sehe, erkenne ich, wo Details tatsächlich aufhalten. Ich bitte das Team immer, mir Ausnahmen und „das passiert nur freitags“-Fälle zu zeigen, denn genau diese Unterschiede sind entscheidend für einen reibungslosen Übergang.

Für die Datenanalyse lasse ich mir echte Berichte geben, um zu sehen, was im alten System gespeichert ist, was in Excel-Tabellen oder auf Papier geführt wird und wo doppelte oder veraltete Informationen liegen. Ich beziehe alle ein, die Daten erfassen oder pflegen, da kleine Lücken hier später unweigerlich zu größeren Problemen führen. Wer hier zu schnell handelt und alte Prozesse übersieht, riskiert Verzögerungen, aufwändige Nacharbeiten oder sogar Compliance-Risiken.

In dieser Tabelle sehen Sie, wie ich die Erfassung von Arbeitsabläufen und der Datendetails in diesem Schritt gestalte:

BereichWas zu überprüfen istWer einzubinden ist
TerminplanungTäglicher/wöchentlicher Ablauf der TerminvergabeEmpfang, Pflegepersonal
AbrechnungWie Gebühren und Zahlungen nachverfolgt werdenAbrechnungsteam
BerichtswesenIndividuelle Berichte, manuelle ProtokolleVerwaltung, Leitung
DatenspeicherungWo Dateien und Formulare aufbewahrt werdenIT, Büroverwaltung
SonderfälleUngewöhnliche oder Ausnahme-SzenarienAlle Abteilungsleitungen
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3. Systemkonfiguration und Anpassung

Ich plane in der Regel spezielle Tage ein, um Vorlagen, Benutzerberechtigungen und Kalendereinstellungen einzurichten – mit reichlich Input vom Personal, das das System täglich nutzen wird. Es ist entscheidend, die Einstellungen an die tatsächlichen Abläufe der Praxis anzupassen: Terminfenster müssen zur Arbeitsweise der Behandelnden passen, individuelle Felder sollen genau das abbilden, was wirklich erfasst wird, und niemand sollte Zugriff auf Daten erhalten, die er nicht benötigt.

Ich habe schon erlebt, dass Teams bei der Anpassung von Praxisverwaltungssystemen zwei typische Fehler machen: Entweder sie überspringen wichtige Konfigurationen und enden mit generischen Abläufen, die alle ausbremsen – oder sie machen das System durch zu viele unnötige Funktionen zu komplex, die am Ende keiner nutzt. Ich dokumentiere gerne jede spezifische Konfigurationsentscheidung und bespreche sie vor dem Go-Live mit Anbieter und Kernteam. So können wir bei Problemen oder Nachjustierungen während der Pilotphase jede Einstellung auf die dahinterstehende Überlegung zurückverfolgen.

Folgende Tipps habe ich beim Einrichten des Systems immer im Hinterkopf, um spätere Probleme zu vermeiden:

  • Auf das Wesentliche konzentrieren: Zunächst nur mit den Funktionen starten, die das Team wirklich braucht, und darauf aufbauen.
  • Klare Zugriffsrechte: Zugriff auf sensible Daten beschränken und Benutzerrollen gemeinsam mit dem Datenschutzbeauftragten prüfen.
  • Mit echten Szenarien testen: Einige Patientenabläufe vom Termin bis zur Abrechnung durchspielen, bevor endgültig freigegeben wird.
  • Alle Einstellungen protokollieren: Jede Änderung festhalten und begründen, um sie bei Bedarf rückgängig machen zu können.
  • Feedback vom Anbieter nutzen: Schwierige Einstellungen vor dem Start mit dem Support des Anbieters abklären.

4. Datenmigration und Validierung

Ich behandle Datenmigration immer als eigenes kleines Projekt und hole sowohl Spezialisten des Anbieters als auch interne Expert:innen dazu, die die Eigenheiten des Altsystems genau kennen. Bevor überhaupt Daten bewegt werden, nehme ich mir Zeit, diese zu bereinigen und zu ordnen – Duplikate zusammenführen, offensichtliche Fehler beheben und nicht mehr benötigte Datensätze archivieren. Erste Beispieldatensätze schon früh ins neue System einzuspielen, gibt mir die Möglichkeit zu überprüfen, ob Patientenhistorien, Termine und Salden auch wirklich an den vorgesehenen Stellen landen – und nicht irgendwo im Hintergrund.

Nach dem ersten Import lasse ich Endnutzer:innen echte Datensätze stichprobenartig prüfen, bevor es weitergeht. Manchmal sieht alles gut aus, bis man nach Versicherungen sucht oder einen Sammelabrechnungsbericht erstellt. Am schnellsten geht es, wenn ich sehr gezielt Validierungsaufgaben an Mitarbeitende vergebe, die ihren eigenen Arbeitsbereich am besten kennen. Durch konsequentes Überprüfen der Ergebnisse und nicht einfach auf die Meldung „Import abgeschlossen“ zu vertrauen, lassen sich viele Nachbesserungen nach dem Start vermeiden.

Mit diesen Schritten gelingt Ihre Datenmigration sauberer und sicherer:

  1. Altdaten prüfen: Vor der Migration Duplikate und überholte Einträge entfernen.
  2. Mit kleinen Datensätzen testen: Mit einem Teil realer Daten im neuen System starten.
  3. Validierungsaufgaben zuweisen: Abrechnungs-, Praxis- und Verwaltungspersonal prüfen jeweils die eigenen Routine-Datensätze.
  4. Abweichungen dokumentieren: Alles, was nicht korrekt übernommen wurde, direkt dokumentieren und nachverfolgen.
  5. Freigabe vor Gesamtdatenübernahme: Mit der vollständigen Migration erst starten, wenn jede Gruppe ihre Testprüfung als korrekt bestätigt hat.

5. Integration mit bestehenden Systemen

Die Anbindung der neuen Praxisverwaltungssoftware an EHR-Plattformen, Abrechnungsdienste oder Tools für Terminerinnerungen erfordert immer mehr Abstimmung als zunächst gedacht. Ich beziehe IT und die Abteilungsleitungen in die technischen Abstimmungsrunden ein, um genau festzulegen, welche Daten zwischen den Systemen ausgetauscht werden müssen, wie oft diese Abgleiche stattfinden und was passiert, wenn ein Abgleich fehlschlägt. Bereits früh richte ich Testverbindungen ein und führe Transaktionsproben durch, um sicherzustellen, dass Datenfelder übereinstimmen und Abläufe bestehen bleiben.

Ich behalte die Schnittstellenkompatibilität und Versionsänderungen genau im Blick, da Integrationspunkte jedes Mal brechen können, wenn ein anderes System aktualisiert wird. Die technische Dokumentation allein reicht nicht aus – ich bitte die Teams auch darum, zu beschreiben, wie Erfolg für jede Integration aussieht. Wenn eine Abteilung sofortige Updates erwartet und eine andere nur nächtliche Synchronisierungen braucht, hilft genau diese Information dabei, realistische Erwartungen zu setzen und Missverständnisse zu vermeiden. Verzögerungen treten oft dann auf, wenn niemand die Verantwortung für die Integration übernimmt oder wenn Annahmen über den Automatisierungsgrad nicht klar kommuniziert werden.

Beachten Sie diese anfänglichen Stolpersteine, die Integrationen verlangsamen oder entgleisen lassen können:

  • Beim Testen sparen: Testen Sie reale Szenarien, nicht nur technische Testdaten, um mögliche Lücken aufzudecken.
  • Automatische Synchronisationen als selbstverständlich annehmen: Überprüfen Sie genau, wann und wie Informationen zwischen den Systemen aktualisiert werden.
  • Die Nutzererfahrung außer Acht lassen: Prüfen Sie, ob die Mitarbeitenden nach einem Update die richtigen Informationen in jedem System sehen.
  • Versionsprüfungen überspringen: Stellen Sie sicher, dass Integrationen nach Softwareupdates oder Patches weiterhin kompatibel sind.
  • Die IT aus den Abläufen ausschließen: Lassen Sie IT und Endanwender Abläufe gemeinsam durchgehen, insbesondere während des Go-Lives und beim Support außerhalb der Geschäftszeiten.

6. Mitarbeiterschulung und Change Management

Meiner Erfahrung nach funktioniert praktisches Software-Training am besten, wenn es um reale Patientenszenarien herum aufgebaut ist. Ich beziehe Teamleiterinnen und erfahrene Anwender ein, um gemeinsam Schulungen durchzuführen und den Kolleginnen und Kollegen bei alltäglichen Aufgaben wie der Terminplanung oder der Eingabe von Leistungen zu helfen. Kurze Erklärvideos aufzeichnen oder einfache Spickzettel erstellen gibt den Mitarbeitenden eine hilfreiche Stütze, wenn Wochen später die unausweichliche Frage „Wie mache ich das noch mal?“ auftaucht.

Veränderungen stoßen immer auf Widerstand, daher gebe ich Raum, damit Fragen oder Frust frühzeitig ausgesprochen werden können. Unterstützung durch sogenannte Change Agents in jeder Abteilung, die Engpässe im Ablauf erkennen und ehrliches Feedback geben, macht aus formaler Schulung einen kontinuierlichen Prozess. Ich etabliere einen Feedback-Kreislauf – entweder durch wöchentliche Teambesprechungen oder ein gemeinsames Protokoll –, sodass jeder weiß, wo er Hilfe anfordern oder Verbesserungsvorschläge einreichen kann, sobald er wieder am Arbeitsplatz ist. Diese Unterstützung sorgt in der Regel für eine nachhaltige Einführung und verhindert, dass sich kleine Probleme vergrößern.

Verwenden Sie diese Liste, um das Engagement zu stärken und die Nachhaltigkeit der Schulungen zu erhöhen:

  • Abwechslung im Format: Kombinieren Sie persönliche Einweisungen, kurze Erklärvideos und schriftliche Anleitungen.
  • Frühzeitig Feedback einholen: Lassen Sie Mitarbeitende bereits vor dem Go-Live Änderungsvorschläge machen oder auf unklare Schritte hinweisen.
  • Abteilungs-Champions bestimmen: Wählen Sie Top-Anwender aus, die Fragen beantworten und Best Practices im Team vorleben.
  • Alltagstaugliches Verständnis prüfen: Lassen Sie Teammitglieder Aufgaben anhand echter Patientenbeispiele durchführen, nicht nur mit Demodaten.
  • FAQ fortlaufend pflegen: Halten Sie Antworten auf neue Fragen und Probleme in den ersten Wochen aktuell.

7. Anwenderakzeptanztest

Ich beziehe für den Anwenderakzeptanztest immer Endanwender aller Fachbereiche ein, nicht nur IT oder Key-User. In dieser Phase führen diejenigen, die das System täglich nutzen, die wichtigsten Aufgaben – wie Patienten aufnehmen, Zahlungen verbuchen und Erinnerungen verschicken – durch, um zu überprüfen, ob die Workflows zur Praxisrealität passen. Dafür plane ich feste Zeiten ein und erstelle Testszenarien, die die Abläufe exakt so abbilden, wie sie nach dem Go-Live tatsächlich ablaufen werden.

Nach meiner Erfahrung kommt das wertvollste Feedback zustande, wenn das Personal tatsächlich mit Testpatienten oder Beispielsfällen versucht, das System „kaputt“ zu machen. Ich fordere sie auf, alle verwirrenden Schritte oder Hürden zu dokumentieren, die sie bremsen, anstatt Lücken zu umgehen, nur damit der Test besteht. Wenn diese Liste im Anschluss gemeinsam mit dem Softwareanbieter ausgewertet wird, können Probleme schneller behoben werden und Sie vermeiden kurzfristige Änderungen nach dem Echtstart. Genau das macht den Anwenderakzeptanztest so wertvoll.

Nutzen Sie diese Checkliste, um aus Ihrem Anwenderakzeptanztest echte Resultate zu erzielen:

  • Tatsächliche Endanwender testen lassen: Binden Sie Abrechnung, Empfang und medizinisches Personal ein – nicht nur Key-User oder IT.
  • Reale Workflows nutzen: Setzen Sie Testskripte auf Basis echter Abläufe auf, nicht nur nach Vorgaben des Anbieters.
  • Jedes Problem dokumentieren: Notieren Sie Verwirrungen, Fehler oder fehlende Funktionen sofort.
  • Zusätzliche Zeit einplanen: Planen Sie mehrere Testrunden mit Überarbeitungen vor der endgültigen Freigabe ein.
  • Lösungen verifizieren: Nach Verbesserungen erneut testen, um sicherzugehen, dass die Probleme tatsächlich gelöst sind.

8. Go-Live und Systembereitstellung

Wenn der Go-Live ansteht, hole ich zusätzlich Unterstützung ins Boot – sowohl vom Anbieter als auch von eigenen Champions – damit das Personal bei Fragen jederzeit Ansprechpartner hat. Ich lege den Go-Live-Termin immer so, dass er auf eine ruhigere Phase fällt, beispielsweise an einem Mittwochnachmittag, und nie direkt nach einem Feiertag oder größeren Systemupdate. So bleibt genug Zeit, um Probleme zu bearbeiten, ohne dass Patientenversorgung oder alltägliche Abläufe gestört werden.

Ich halte alle darauf fokussiert, essenzielle Funktionen für Praxismanagement-Software wie Patienten-Check-ins und Abrechnungs-Workflows zu erlernen, bevor ich fortgeschrittenere Funktionen einführe. Ein klarer Plan, wie vorübergehend auf das alte System zurückgewechselt werden kann, gibt allen Sicherheit für den Fall, dass ein kritisches Problem auftritt. Teams profitieren außerdem von kurzen Besprechungen zu Beginn und zum Ende jeder Schicht, um Updates weiterzugeben und dringende Probleme sofort zu klären. Mit diesem Ansatz bleiben die Abläufe stabil, solange sich alle an das neue System gewöhnen.

Folgen Sie diesen Schritten, damit Ihr Go-Live für alle reibungsloser abläuft:

  1. Planen Sie sorgfältig: Wählen Sie einen Soft-Launch-Termin, an dem das Patientenaufkommen gering ist.
  2. Bauen Sie ein Support-Team auf: Stellen Sie Ansprechpartner vom Anbieter und interne Experten direkt vor Ort für Fragen bereit.
  3. Konzentrieren Sie sich zuerst auf das Wesentliche: Priorisieren Sie die wichtigsten Abläufe – warten Sie mit weniger kritischen Funktionen.
  4. Führen Sie tägliche Check-ins durch: Treffen Sie sich bei Schichtwechseln, um Probleme frühzeitig zu erkennen und schnell anzupassen.
  5. Halten Sie einen Rückfallplan bereit: Stellen Sie sicher, dass Sie bei größeren Problemen kurzfristig zurückwechseln können.

9. Hypercare-Phase und Problemlösung nach dem Launch

Direkt nach dem Go-Live richte ich eine kurzfristige „Hypercare“-Phase ein, in der zur Unterstützung zusätzliche Ansprechpartner für einige Tage oder Wochen bereitstehen. Ich bitte das Personal, jede Frage, jeden Fehler oder jede kleine Unstimmigkeit in einem gemeinsamen Tracker zu melden – wirklich nichts ist zu klein – und gehe dieses Protokoll anfangs täglich mit IT und Ansprechpartnern des Anbieters durch. So erkennen wir Muster schnell, beheben dringende Blocker und zeigen dem Team, dass ihr Feedback zählt.

Die meisten Probleme in der Hypercare-Phase sind nicht technischer Natur – sie entstehen durch unerwartete Fragen zum Ablauf oder weil Mitarbeitende in alte Gewohnheiten zurückfallen. Ich halte Teamleitungen kontinuierlich auf dem Laufenden und ermutige sie, darauf zu achten, dass neue Prozesse tatsächlich befolgt werden. Klare Kommunikationswege, eine schnelle Reaktion auf Probleme und regelmäßige Status-Updates sorgen dafür, dass alle engagiert bleiben. Sobald sich alles eingespielt hat und die Zahl der neuen Problemfälle sinkt, gehe ich wieder zu routiniertem IT- und Anbietersupport über.

Sehen Sie in dieser Tabelle nach, was während der Hypercare-Phase zu tun ist – und was Sie vermeiden sollten:

Was tunWas vermeiden
Jedes Problem, so klein es auch ist, protokollierenSorgen der Nutzer als unwichtig abtun
Täglich Protokolle mit IT und Anbieter prüfenWarten, bis sich Probleme häufen
Neue Abläufe mit Teamleitungen festigenAnnehmen, dass alle die neuen Schritte befolgen
Zusätzliche Supportkanäle sichtbar haltenExtra-Support zu früh beenden

10. Laufende Optimierung und Leistungsüberprüfung

Nach der heißen Phase plane ich regelmäßige Termine ein, um zu überprüfen, wie das System die Ziele Ihrer Praxis unterstützt. Das bedeutet, dass Sie Kennzahlen wie Terminabläufe, Abrechnungsgeschwindigkeit und Fehlerquoten aktiv beobachten – und im Austausch mit den Mitarbeitenden klären, ob sich etwas verschlechtert oder verbessert hat. Ich binde Abteilungsleitungen, IT und gegebenenfalls auch den Anbieter ein, falls Updates oder Nachschulungen nötig sind.

Mit der Zeit erkennen die Mitarbeitenden neue Wege, Abläufe zu optimieren oder fordern Funktionen an, die anfangs unwichtig schienen. Solche Ideen kommen oft erst auf, wenn alle sicher mit dem System umgehen und der Praxisalltag neue Anforderungen sichtbar macht. Ich führe eine kontinuierliche Verbesserungs-Liste und bespreche diese mindestens einmal im Quartal im Team. So gestaltet das Feedback der Nutzer die Nutzung des Systems stetig mit – nicht nur zur Einführung, sondern dauerhaft.

Mit diesen Best Practices arbeitet Ihr System für Ihr Team – nicht gegen sie:

  • Feste Termine einplanen: Verpflichten Sie sich zu vierteljährlichen oder monatlichen Leistungsüberprüfungen.
  • Alle an einen Tisch holen: Beziehen Sie Rückmeldungen aller Rollen ein, nicht nur Führungskräfte oder IT.
  • Auf messbare Ergebnisse achten: Begründen Sie Änderungsvorschläge immer mit konkreten Daten oder Nutzererfahrungen.
  • Konsequent umsetzen: Verfolgen Sie Verbesserungen und neue Wünsche, damit nichts stecken bleibt.
  • Dranbleiben: Planen Sie regelmäßige Auffrischungsschulungen, wenn sich Funktionen oder Abläufe ändern.

Empfohlene Praxismanagement-Software im Überblick

Hier ist meine persönliche Auswahl der besten Praxismanagement-Software-Lösungen:

Best Practices für eine erfolgreiche Implementierung von Praxismanagement-Software

Selbst die beste Software kann Probleme bereiten, wenn Planung und Umsetzung nicht stimmen. Nutzen Sie diese Tabelle, um typische Fallstricke zu erkennen – und erfahren Sie, wie Sie es richtig machen:

Das sollten Sie vermeidenMachen Sie es stattdessen so
Feedback der Endnutzer bei der Auswahl überspringenFragen Sie frühzeitig klinische, administrative und Abrechnungsmitarbeitende nach ihrer Meinung
Alle Dokumente und Vorlagen auf einmal migrierenPriorisieren und testen Sie wichtige Dateien und Vorlagen, bevor Sie alles übertragen
Sich ausschließlich auf das Training durch den Anbieter verlassenErgänzen Sie die Anbieterschulungen um reale Szenarien und praktische Übungen
Den Zeitaufwand oder die Beeinträchtigung des Personals unterschätzenPlanen Sie feste Zeiten für Schulungen ein und rechnen Sie zum Start mit geringerer Produktivität
Kleine Workflow-Probleme nach dem Start ignorierenErfassen und lösen Sie selbst kleinere Schwierigkeiten schnell, um Vertrauen zu gewinnen
Die Optimierung nur der IT oder „Power-Usern“ überlassenMachen Sie regelmäßige Verbesserungen zur Teamaufgabe

Bereit, Ihre Praxismanagement-Software zu finden?

Wenn Sie noch an Ihrer Implementierungsplanung arbeiten und Ihre Optionen vergleichen möchten, sehen Sie sich Bewertungen und Vergleiche von Praxismanagement-Software an, um die passende Lösung für die klinischen und organisatorischen Anforderungen Ihres Teams zu finden.

John Payne

John Payne ist Mitbegründer und Geschäftsführer von Symphony Health. Mit über 20 Jahren Managementerfahrung arbeitet John gemeinsam mit seiner Frau, Dr. Kate Payne, daran, eine medizinische Praxis mit mehreren Standorten aufzubauen, in der das Personal zum Wohl der Patienten zusammenarbeitet. John setzt sich leidenschaftlich für den Zugang zu hochwertiger Gesundheitsversorgung in North Vancouver ein und teilt bewährte Methoden mit anderen Praxismanager:innen.